DIE CHINESISCHE ROTHALSSCHILDKRÖTE | CHINA

ZUSAMMENFASSUNG

Mehr als 50 % der asiatischen Schildkrötenarten werden von der IUCN als akut vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet eingestuft, was bedeutet, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Die Notlage einiger dieser Arten erregt große Aufmerksamkeit, während andere scheinbar unbemerkt verschwinden.

WIE GROSS IST DIE BEDROHUNG?

Die Rothalsschildkröte (Mauremys nigricans) kommt wahrscheinlich nur in zwei südchinesischen Provinzen, Guangxi und Guangdong, vor. Möglicherweise gibt es sie auch auf der chinesischen Insel Hainan und im Norden Vietnams, wo ein versteinerter Schädel gefunden wurde. Chinas außerordentlicher Appetit auf Schildkrötenprodukte hat die Wildpopulationen so stark reduziert, dass die letzten bestätigten Sichtungen dieser Schildkröte in freier Wildbahn in den 1930er Jahren stattfanden.

UNSERE ROLLE

Durch eine enge internationale Zusammenarbeit konnten wir eine Zuchtgruppe für die letzten im Westen vorkommenden Großkopf-Rothalsschildkröten bilden. Bei der so genannten Großkopf-Form handelt es sich um eine megalozephale Form, die wesentlich seltener ist als die kleinerköpfigen Exemplare dieser Art. Dank der Unterstützung mehrerer Partner haben wir jetzt eine gut entwickelte Erhaltungszuchtgruppe.

Es ist uns gelungen, ein Männchen und drei Weibchen der früher in Europa weit verbreiteten, sogenannten „Großkopfe“ ausfindig zu machen. In den USA konnten keine Schildkröten dieser Art gefunden werden. Selbst in China, wo viele Rothalsschildkröten in Farmen gehalten werden, ist die Großkopf-Variante extrem selten geworden. Das einzige Männchen im Westen stammt aus der Privatsammlung von Waltraud und Ingo Pauler und wurde liebevoll „Markus“ genannt. Markus war der Schlüssel zu diesem Projekt, und Waltraud und Ingo Pauler haben uns freundlicherweise die Pflege von Markus für dieses Zuchtprojekt anvertraut. Daher möchten wir dieses Projekt unserem Freund Ingo (leider 2016 verstorben) und seiner Frau Waltraud widmen.

Eines der Weibchen wurde uns großzügigerweise von Kollegen für die Dauer des Zuchtprojekts geliehen. Glücklicherweise gelang es uns auch, ein weiteres Weibchen zu erwerben, bevor es nach China transportiert wurde. Spenden von Biologen, die für die Firma Sundance Biology am „Rice Solar Project“ in der Mojave-Wüste arbeiten, ermöglichten es uns, das Weibchen zu kaufen und in die Zuchtgruppe aufzunehmen. Vor zwei Jahren verstarb Markus leider an einem Herzinfarkt. Aus den von den drei Weibchen gelegten Eiern konnten wir 46 Schildkröten ausbrüten. Die ältesten Jungtiere sind bereits 2012 geschlüpft und werden bald die Geschlechtsreife erreichen.

ENGAGIERE DICH FÜR DIE SACHE