Verborgene Feinde:
WEN INVASIVE ARTEN ZUR BEDROHUNG WERDEN:
VERBORGENE FEINDE FÜR SCHILDKRÖTEN
Was sind invasive Arten?
Invasive Arten sind gebietsfremde Organismen, die – meist durch menschliches Zutun – in neue Lebensräume eingeschleppt werden und dort ökologische, wirtschaftliche oder gesundheitliche Schäden verursachen. Da ihnen in ihrer neuen Umgebung häufig natürliche Feinde fehlen, können sich ihre Populationen rasch ausbreiten. Die Folgen sind die Verdrängung heimischer Arten, die Zerstörung von Lebensräumen und die Störung ganzer Ökosysteme. Heute zählen invasive Arten zu den wichtigsten Ursachen des weltweiten Biodiversitätsverlustes.
Für Schildkröten stellen invasive Arten eine erhebliche Bedrohung dar. Sie konkurrieren mit ihnen um Nahrung und Eiablageplätze, fressen Eier und Jungtiere, übertragen Krankheiten und verändern die empfindlichen Lebensräume, auf die Schildkröten zum Überleben angewiesen sind.
Für Schildkröten stellen invasive Arten eine erhebliche Bedrohung dar. Sie konkurrieren mit ihnen um Nahrung und Eiablageplätze, fressen Eier und Jungtiere, übertragen Krankheiten und verändern die empfindlichen Lebensräume, auf die Schildkröten zum Überleben angewiesen sind.
Die Rotwangen-Schmuckschildkröte
Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) gehört zu den weltweit am häufigsten gehaltenen Wasserschildkröten. Für viele Menschen ist sie die klassische „Haustierschildkröte“. Was jedoch nur wenige wissen: Sie zählt zu den 100 schlimmsten invasiven Arten der Welt und gilt als die invasivste Schildkrötenart überhaupt.
Ursprünglich stammt die Art aus dem Einzugsgebiet des Mississippi in den USA. Durch den internationalen Heimtierhandel hat sie sich jedoch weltweit verbreitet. Jungtiere werden klein und preiswert verkauft, entwickeln sich jedoch zu großen Wasserschildkröten mit anspruchsvollen Haltungsbedingungen und einer Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren und weit darüber. Viele Halter unterschätzen diese langfristige Verantwortung. Können sie ihre Tiere nicht mehr versorgen, werden Rotwangen-Schmuckschildkröten häufig in Teichen, Seen oder Feuchtgebieten ausgesetzt.
Hat sich die Art erst einmal etabliert, kann sie erhebliche Schäden verursachen:
Rotwangen-Schmuckschildkröten sind heimischen Arten aus mehreren Gründen überlegen. Sie wachsen schnell, vermehren sich erfolgreich und können auch in verschmutzten oder vom Menschen veränderten Lebensräumen überleben, in denen heimische Arten häufig Schwierigkeiten haben. Dank ihrer vielseitigen Ernährung nutzen sie ein breites Spektrum an Nahrungsquellen. Gleichzeitig besetzen sie bevorzugt Sonnenplätze, die für die Gesundheit und das Überleben vieler Schildkröten lebenswichtig sind.
Aus diesen Gründen sind sie besonders erfolgreich darin, heimische Schildkrötenarten zu verdrängen.
In Europa sind Verkauf, Import, Transport und Zucht der Rotwangen-Schmuckschildkröte bzw. der Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) verboten. Somit ist auch das Aussetzen in die freie Natur gesetzlich untersagt.
Ursprünglich stammt die Art aus dem Einzugsgebiet des Mississippi in den USA. Durch den internationalen Heimtierhandel hat sie sich jedoch weltweit verbreitet. Jungtiere werden klein und preiswert verkauft, entwickeln sich jedoch zu großen Wasserschildkröten mit anspruchsvollen Haltungsbedingungen und einer Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren und weit darüber. Viele Halter unterschätzen diese langfristige Verantwortung. Können sie ihre Tiere nicht mehr versorgen, werden Rotwangen-Schmuckschildkröten häufig in Teichen, Seen oder Feuchtgebieten ausgesetzt.
Hat sich die Art erst einmal etabliert, kann sie erhebliche Schäden verursachen:
- Sie konkurriert aggressiv mit heimischen Schildkröten um Nahrung.
- Sie verdrängt einheimische Arten von wichtigen Sonnenplätzen.
- Sie konkurriert um geeignete Eiablageplätze.
- Sie kann Parasiten und Krankheitserreger einschleppen.
Rotwangen-Schmuckschildkröten sind heimischen Arten aus mehreren Gründen überlegen. Sie wachsen schnell, vermehren sich erfolgreich und können auch in verschmutzten oder vom Menschen veränderten Lebensräumen überleben, in denen heimische Arten häufig Schwierigkeiten haben. Dank ihrer vielseitigen Ernährung nutzen sie ein breites Spektrum an Nahrungsquellen. Gleichzeitig besetzen sie bevorzugt Sonnenplätze, die für die Gesundheit und das Überleben vieler Schildkröten lebenswichtig sind.
Aus diesen Gründen sind sie besonders erfolgreich darin, heimische Schildkrötenarten zu verdrängen.
In Europa sind Verkauf, Import, Transport und Zucht der Rotwangen-Schmuckschildkröte bzw. der Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) verboten. Somit ist auch das Aussetzen in die freie Natur gesetzlich untersagt.
Die Situation in Österreich bzw. der Steiermark
In Österreich – hier ist Tier- und Artenschutz Landessache (wird daher in jedem Bundesland individuell geregelt) – werden Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten regelmäßig in natürlichen Gewässern nachgewiesen. Sichtungen sollten den zuständigen Behörden gemeldet werden, um ihre Verbreitung zu dokumentieren. In der Steiermark erfolgt das Management invasiver Arten nach den Vorgaben der EU-Verordnung und des Landes Steiermark. Je nach Situation reichen die Maßnahmen von Prävention und Früherkennung über die Dokumentation neuer Vorkommen bis hin zur Entnahme von Tieren aus ökologisch sensiblen Gewässern, um heimische Arten zu schützen. Ausgesetzte oder aufgefundene invasive Schmuckschildkröten fallen in die Zuständigkeit des Landes Steiermark und dürfen von Turtle Island aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen nicht übernommen werden.
Verantwortungsvolle Heimtierhaltung ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Viele invasive Schildkrötenpopulationen gehen auf das Aussetzen einzelner Tiere zurück, deren Nachkommen sich über Jahrzehnte hinweg unkontrolliert vermehrt haben.
Verantwortungsvolle Heimtierhaltung ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Viele invasive Schildkrötenpopulationen gehen auf das Aussetzen einzelner Tiere zurück, deren Nachkommen sich über Jahrzehnte hinweg unkontrolliert vermehrt haben.
Wie invasive Arten unsere Artenschutzprojekte beeinflussen
Vallarta-Schlammschildkröte
Eine der Arten, für deren Schutz wir uns mit besonderem Engagement einsetzen, ist die Vallarta-Schlammschildkröte (Kinosternon vogti) – die kleinste Schildkrötenart der Welt. Diese ausschließlich in der Region Puerto Vallarta in Mexiko vorkommende Art ist vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) und zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen die Zerstörung ihres Lebensraums, der Straßentod, die illegale Entnahme für den Heimtierhandel sowie der zunehmende Druck durch invasive Arten.
Im Westen Mexikos wurde die Jalisco-Schlammschildkröte (Kinosternon chimalhuaca) in der Region Puerto Vallarta außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes nachgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass sie dort eingeschleppt wurde. Es besteht die wachsende Sorge, dass sie sich bereits mit der endemischen Vallarta-Schlammschildkröte kreuzt und dadurch die genetische Integrität dieser lokal begrenzten Population gefährdet.
Eine weitere Bedrohung stellt die Mexikanische Riesenmoschusschildkröte (Staurotypus triporcatus) dar, die ebenfalls außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes ausgesetzt wurde. Diese große und ausgesprochen räuberische Art frisst nachweislich andere Schildkröten. Kleinere endemische Arten wie die Vallarta-Schlammschildkröte sind daher besonders gefährdet.
Europäische Sumpfschildkröte
Eine weitere Art, für deren Erforschung und Schutz wir uns intensiv engagieren, ist die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis). In Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebietes gerät diese heimische Süßwasserschildkröte zunehmend durch invasive Arten unter Druck – allen voran durch die Rotwangen-Schmuckschildkröte.
Darüber hinaus stellt auch die Freisetzung Europäischer Sumpfschildkröten anderer Herkunft eine wachsende Herausforderung dar. Immer wieder werden Tiere aus privater Haltung oder sogenannte „Urlaubsmitbringsel“ in der Natur ausgesetzt. Diese stammen häufig aus anderen Regionen Europas und gehören genetisch zu unterschiedlichen Haplotypen oder Unterarten. Kommt es zur Fortpflanzung mit heimischen Populationen, kann dies deren genetische Integrität gefährden und den Erhalt regional angepasster Linien langfristig beeinträchtigen.
Während unserer Feldstudien in Slowenien zur Erfassung der heimischen Europäischen Sumpfschildkröte begegneten wir immer häufiger auch invasiven Rotwangen-Schmuckschildkröten. Bei unserer ersten Erhebung konnten wir noch mehrere Europäische Sumpfschildkröten nachweisen. Bei einer späteren Untersuchung desselben Gewässers wurde hingegen ausschließlich Rotwangen-Schmuckschildkröten gefangen.
Diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie schnell invasive Schildkrötenarten Lebensräume besiedeln und schließlich dominieren können, die ursprünglich von heimischen Arten bewohnt wurden.
Weitere Untersuchungen bestätigen inzwischen, dass sich Rotwangen-Schmuckschildkröten in Teilen Sloweniens bereits erfolgreich vermehren. Dies gibt Anlass zu großer Sorge hinsichtlich langfristiger Konkurrenz, Verdrängung und eines möglichen Bestandsrückgangs der heimischen Europäischen Sumpfschildkröte.
Wie du Schildkröten vor invasiven Arten schützen kannst
Invasive Arten gehören zu den wichtigsten Ursachen für den Rückgang vieler Schildkrötenarten – gleichzeitig zählen sie zu den Bedrohungen, die sich am effektivsten verhindern lassen. Bereits das Verhalten jedes Einzelnen kann einen wichtigen Beitrag leisten.
Dein Beitrag:
Viele invasive Schildkrötenpopulationen sind aus dem Aussetzen eines einzigen Haustieres entstanden. Verantwortungsvolle Heimtierhaltung ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen, um neue Invasionen zu verhindern.
Dein Beitrag:
- Haustierschildkröten oder andere Heimtiere niemals in der Natur aussetzen.
- Sich bereits vor dem Kauf eines Reptils umfassend über dessen langfristige Haltungsanforderungen informieren.
- Schildkröten aus Auffangstationen oder Tierschutzorganisationen adoptieren, anstatt Tiere im Zoofachhandel zu kaufen.
- Sichtungen invasiver Arten den zuständigen Naturschutz- oder Wildtierbehörden melden.
- Artenschutzprogramme unterstützen, die Nistplätze und Lebensräume heimischer Schildkröten schützen.
Viele invasive Schildkrötenpopulationen sind aus dem Aussetzen eines einzigen Haustieres entstanden. Verantwortungsvolle Heimtierhaltung ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen, um neue Invasionen zu verhindern.
Warum das wichtig ist
Invasive Arten gehören weltweit zu den bedeutendsten – und zugleich vermeidbaren – Ursachen für den Rückgang von Wasser- und Landschildkröten. Durch verantwortungsvolle Heimtierhaltung, den Schutz natürlicher Lebensräume, das Management invasiver Arten und eine umfassende Aufklärungsarbeit können wir diese Bedrohungen wirksam reduzieren.
Schildkröten zu schützen bedeutet auch, die Ökosysteme zu bewahren, von denen sie abhängig sind – und die nächste biologische Invasion zu verhindern, bevor sie überhaupt beginnt.
Wenn du unsere Arbeit zum Schutz bedrohter Schildkröten und Landschildkröten unterstützen möchtest – sei es gegen invasive Arten, Lebensraumverlust oder den illegalen Wildtierhandel –, freuen wir uns über deine Spende. Gemeinsam können wir dazu beitragen, diese einzigartigen Tiere auch für zukünftige Generationen zu bewahren.
Schildkröten zu schützen bedeutet auch, die Ökosysteme zu bewahren, von denen sie abhängig sind – und die nächste biologische Invasion zu verhindern, bevor sie überhaupt beginnt.
Wenn du unsere Arbeit zum Schutz bedrohter Schildkröten und Landschildkröten unterstützen möchtest – sei es gegen invasive Arten, Lebensraumverlust oder den illegalen Wildtierhandel –, freuen wir uns über deine Spende. Gemeinsam können wir dazu beitragen, diese einzigartigen Tiere auch für zukünftige Generationen zu bewahren.